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Wir finden, dass sich dieses orange-grüne Monstrum mit bis zu sechs Stockwerken Höhe, Bullaugenfenstern und Säulen nicht in die vorhandene Bebauung und nicht in die ländlich geprägte Umgebung einfügt. Offen gesagt: Bei uns am Stadtrand zwischen Allach und Karlsfeld-West haben wir bereits einen „Ort mit hoher Identität“, das wollen wir erhalten. Was Hirmer und die Architekten nicht verstanden haben: Bei uns am Stadtrand ist nicht „nichts“. Vielleicht weniger „Stadt“, aber dafür mehr „Land“ und Ländliches: da gibt es ein verlässliches Miteinander, gewachsene Gemeinschaften, lebendige Traditionen, vielseitiges zivilgesellschaftliches Engagement, ein tragfähiges soziales Netz, engagierte Vereine – kurz: wir brauchen keinen „Pionier des kollektiven Lebens“.

wir sehen uns als Gartenstadt und wollen keine maximale Nachverdichtung

Wir sehen uns als Gartenstadt und wollen keine maximale Nachverdichtung. Das Grundstück, um das es geht, liegt nicht in einer „offenen, noch nicht klar determinierten“ Pampa im Nirgendwo zwischen Gütergleisen und Fabriken, sondern ist ein Filetstück und kann man gemeinwohlorientiert für weit Besseres nutzen.

Wenn man dem Eigentümer schon eine Wohnbebauung zugesteht, dann soll sie sich in den Bestand integrieren und an dem orientieren, was unser Viertel ausmacht und prägt.

Die unter dem Vorschub „kollektiven Wohnens“ à la Borstei geadelte, in Wirklichkeit aber nur der Profitmaximierung dienende „Großform“ ist ein inakzeptabler Fremdkörper.

Letztlich werden unsere Häuser in Allach und Karlsfeld von der massiven Verdrängung des Regen- und Grundwassers durch die weiträumige Unterkellerung bedroht – könnte für uns heißen: Kellerüberschwemmung nach jedem Starkregen.

Selbst die modernen Häuser in „weißen Wannen“ sind womöglich nicht sicher, denn sie sind auf einen derart erhöhten Grundwasserstand nicht ausgelegt.

heißt: Tiefgarage mit einer einzigen Ausfahrt direkt auf die Eversbuschstraße - für 250 Wohnungen und alle Kindertageseinrichtungen!), wie auch immer das gehen soll!

Zum leidigen Thema Verkehr erklärt die Jury nur so viel zum Siegerentwurf: „Auf Höhe der Mitte der Eversbuschstraße wird eine ringförmig organisierte Tiefgarage erschlossen“ (heißt: Tiefgarage mit einer einzigen Ausfahrt direkt auf die Eversbuschstraße – für 250 Wohnungen und alle Kindertageseinrichtungen!), wie auch immer das gehen soll. Schon der Aufstellungsbeschluss des Münchner Stadtrats liegt falsch, weil schon jetzt die Eversbuschstraße, die Otto-Warburg-Straße der Verkehr und alle Karlsfelder Zubringerstraßen total überlastet sind und der Zuzug von rund 250 Familien zum endgültigen Kollaps führen würde, vor allem wenn der zusätzliche Verkehr durch die noch gar nicht begonnenen Megaprojekte (Diamalt-, Junkers-, Kirschgelände, neue Zufahrten und zusätzliche oberirdische Anlagen für den Ausbau der A99 sowie die großen Bauprojekte in Karlsfeld-West) noch hinzukommt. 

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In Allach und Karlsfeld-West wurde in den letzten Jahren so viel Wohnraum geschaffen haben wie nirgendwo sonst. Wir haben schon längst mehr als unseren Beitrag geleistet und müssen jetzt erst einmal sehen, wie wir die Probleme mit stehendem Straßenverkehr, überfüllten Schulklassen, im Stau stehenden MVV-Bussen und noch immer fehlender Anbindung an das U-Bahn-Netz gelöst kriegen

Last but not least: Über Geschmack kann man (nicht) streiten, aber wenn die Architekten salbadern, dass die besondere Ästhetik ihrer „wässrig grün verputzten, monolithischen“ Gebäude mit Stahlbetonkonstruktionen für „Laubengänge“ und besonders die „farbigen Fallarmmarkisen“ für „ein heiteres Miteinander der Bewohner“ sorgen werden (zitiert aus: www.palaismai.de/projekte/wettbewerb-hirmerei), macht das fassungslos: Hätten sie so viel Phantasie und Idealismus mal auf den Fassadenentwurf selbst verwendet… Das geht erheblich besser und vor allem schöner. Wir verstehen gut, dass Wohnraum geschaffen werden soll, aber das muss lebenswerter Wohnraum sein und sich nach Art und Höhe die vorhandene Umgebung einfügen, sonst ist der Schaden größer. 

Und allen, denen die Behebung der Wohnraumknappheit in München am Herzen liegt, sei gesagt: Das geht uns allen so. Aber: In Allach und Karlsfeld-West wurde in den letzten Jahren so viel Wohnraum geschaffen haben wie nirgendwo sonst. Wir haben schon längst mehr als unseren Beitrag geleistet und müssen jetzt erst einmal sehen, wie wir die Probleme mit stehendem Straßenverkehr, überfüllten Schulklassen, im Stau stehenden MVV-Bussen und noch immer fehlender Anbindung an das U-Bahn-Netz gelöst kriegen. Und wenn wir eine derart wichtige Fläche direkt zwischen S-Bahnhof, A99-Anbindungsstraßen und dem Radwegenetz im Allacher Forst, die sich für ein innovatives Verkehrskonzept als entscheidend erweisen könnte und erstklassig eignen würde, schon jetzt zubauen lassen, fehlen uns morgen Handlungsspielräume, um erheblich mehr Menschen ein stadtnahes Wohnen im Umland durch ökologisch verträglichen Pendlerverkehr zu ermöglichen.