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WAS WIR FORDERN

Bevor die Planungen der Stadt München vorangetrieben werden, muss für das Gebiet an der Grenze von Allach und Karlsfeld zuerst ein vernünftiges Verkehrskonzept erstellt und umgesetzt sein 

Bevor die Planungen der Stadt München vorangetrieben werden, muss für das Gebiet an der Grenze von Allach und Karlsfeld zuerst ein vernünftiges Verkehrskonzept erstellt und umgesetzt sein 

Entscheidend ist die Reihenfolge: Die Eversbuschstraße muss entlastet sein, bevor die „Hirmerei“ oder ein sonstiges Großvorhaben kommt, damit der Baustellenverkehr die ohnehin total überlasteten Straßen nicht zum Kollaps bringt und eine vernünftige Regelung für die einzige Tiefgaragenausfahrt gefunden werden kann. Der Verkehr auf der nördlichen Eversbuschstraße, der Otto-Warburg-Straße und allen ihren Zubringerstraßen muss fließen können: da sollte der Investor mit uns an einem Strang ziehen, das ist doch auch in seinem Interesse! Übrigens finden wir, dass er sich auch an den Kosten beteiligen muss.

Es muss sichergestellt sein, dass vor dem Einzug weiterer 250 Familien zuerst ausreichende Kapazitäten in den Schulen geschaffen sind. Die geplanten Erweiterungen in den Grundschulen (Grundschule an der Eversbuschstraße und Verbandsgrundschule München-Karlsfeld) und allen weiterführenden Schulen im Einzugsgebiet reichen nicht aus und müssen überdacht werden. Alle Konzepte sind überholt, die Schulen kommen schon jetzt an die absoluten Leistungsgrenzen und können absehbar den weiteren Zuzug von Schülern durch die bereits jetzt beschlossenen oder sogar schon im Bau befindlichen Quartiere in Allach und Karlsfeld nicht mehr bewältigen. Die Ausstattung der Schulen, Sporteinrichtungen und die schulische Sozialarbeit müssen die neue soziale Zusammensetzung berücksichtigen – „geht scho“ reicht nicht.

Hirmer und die Architekten, seine Auslobungsjury und sogar der Stadtrat planen ohne jeden Bezug zur Umgebungsbebauung und ohne Einbeziehung der Bürger vor Ort. Wir fordern, dass der authentische Charakter unserer „Gartenstadt am Stadtrand“ gewahrt bleibt und durch so ein Projekt gestärkt wird. Und wir wollen uns nicht eine „Hirmerei“ überstülpen lassen von Leuten, die nicht wissen, was hier dringend nottut, was erhaltenswert ist oder eine erfreuliche Bereicherung wäre. Bezieht uns ein! So, wie das jetzt geplant ist, ist und bleibt das ein monströser Fremdkörper, der nur dem Investor satte Gewinne verspricht und uns ausschließlich Probleme bringt. Dabei könnte man was draus machen!

Wir sind eine aktive Bürgerschaft, haben unsere Vorbehalte, Sorgen und Ideen dem Bauherrn mitgeteilt und uns bei Bürgerversammlungen und Sondersitzungen des Bezirksausschusses zur „Hirmerei“ eingebracht. Nichts davon wird beantwortet, nichts berücksichtigt, der vom Investor versprochene Dialog findet nicht statt. Die Bedenken von Frau Kainz gegen den Siegerentwurf, als Bezirksausschussvorsitzende das einzige Jurymitglied mit lokalem Bezug und genauen Kenntnissen des Stadtteils, wurden überstimmt. Nicht einmal zur Vorstellung der Ergebnisse des Auslobungswettbewerbs waren unsere gewählten Lokalpolitiker (der Bezirksausschuss) anwesend, weil Hirmer die Terminabstimmung mit der Bezirksausschussvorsitzenden für irrelevant hielt. 

Es ist arrogant und ignorant, bei einem solchen Vorhaben an den betroffenen Anwohnern, den im Stadtteil engagierten Menschen (von Vereinen bis Stadtteilhistoriker) und sogar an den politisch und stadtplanerisch Verantwortlichen vorbeizuplanen. Wir erwarten vom Investor und seinen Planern deutlich mehr Interesse an einem gemeinsamen Entwicklungs- und Entscheidungsprozess, nur dann kann eine „Hirmerei“ wirklich ein Modell- und Vorzeigeprojekt werden. 

Liebe Politiker, Stadtplaner und Architekten: Hört uns zu, ihr macht einen Fehler. Es gibt vieles, was noch nicht bedacht ist, und es gäbe erheblich bessere Verwendungen. Was verlorenginge, ist unwiederbringlich und unersetzbar. Es wäre fatal, wenn aus Mangel an echtem Interesse jetzt „irgendein“ Siegerkonzept in einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan mündet, ohne dass erneut intensiv und gemeinsam darüber nachgedacht wurde, wie ein funktionsfähiges Gesamtkonzept für Allach und Karlsfeld aussehen kann. Für das zu überplanende Grundstück muss überlegt werden, was die beste Lösung für alle ist und ob das Hirmer-Projekt – ökologisch, infrastrukturell und sozial – wirklich diesen Preis wert ist, den es die Allgemeinheit und künftige Generationen kostet. In diesem Bebauungsplanverfahren kulminiert nicht nur eine verfehlte Stadtteilpolitik, sondern an genau diesem einen Vorhaben könnten künftige Lösungen scheitern. Auch die Gemeinde Karlsfeld darf man daher nicht übergehen, deren Bewohner genauso die Leidtragenden sein würden.

Es ist arrogant und ignorant, bei einem solchen Vorhaben an den betroffenen Anwohnern, den im Stadtteil engagierten Menschen (von Vereinen bis Stadtteilhistoriker) und sogar an den politisch und stadtplanerisch Verantwortlichen vorbeizuplanen. Wir erwarten vom Investor und seinen Planern deutlich mehr Interesse an einem gemeinsamen Entwicklungs- und Entscheidungsprozess, nur dann kann eine „Hirmerei“ wirklich ein Modell- und Vorzeigeprojekt werden.